Einige Kapitel in der Autobiografie von Hans Peter Doskozil sorgen in der SPÖ für Wirbel. Dazu zählen auch die Zeilen über die Freimaurer.
Speziell in Wien haben die Zeilen zwischen auf den Seiten 89 bis 92 für interne Debatten gesorgt. Da setzt sich Doskozil mit den Freimaurern auseinander. Und er schildert – ein wenig verklausuliert – jenen Abend, an dem man aus ihm auch einen Freimaurer machen wollte.
„Es begann und endete mit einem Abendessen, fast schon versteckt und heimlich, in einer Wohnung in Wien. Wer mich dorthin eingeladen hat und wer Teil dieser kleinen Runde von vier Personen war, ist nicht relevant. Nur so viel: Es waren auch Parteifreunde dabei, die es wohl gut meinten. Sie wollten mich für die Sache und das Anliegen der Freimaurer begeistern und hofften, mich quasi einzuführen oder anzuwerben“, liest man in der Autobiografie.
Eine der vier Personen soll eine hochrangige Persönlichkeit aus der Wiener SPÖ gewesen sein, wie aus dem politischen Umfeld zu hören ist. Dass sich Doskozil an diesem Abend verweigerte, soll – neben dem Konflikt um den Vorsitz in der Bundespartei – einer der Gründe sein, warum zwischen der Wiener und der Eisenstädter SPÖ noch immer Eiszeit herrscht.
Geheimer Männerbund
Warum er dem geheimen Männerbund, der in Logen organisiert ist, nicht beigetreten ist, erklärt Doskozil im Buch so: Ihn habe „die unweigerlich damit einhergehende Dynamik einer wechselseitigen Abhängigkeit, möglicherweise verbunden mit Erwartungen, Wünschen und Verpflichtungen, die ich aufgrund meiner persönlichen Haltung nicht bereit war, zu erfüllen“, abgeschreckt. Er wolle die Freimaurer gar nicht im historischen Kontext betrachten, aber heutzutage gehe es „am Ende immer nur um das Eine: Macht und Einfluss erzeugen Geschäfte und Geld“. Und: „Auch wenn Freimaurer die Geschäftemaurerei immer weit von sich weisen, führen derartig hierarchisch strukturierte und geheim organisierte Netzwerke zu Jobs, Posten und schlussendlich immer zu wirtschaftlichem Vorteil – so ist das eben.“
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