Wie geht Lauterbach mit dem Machtverlust um? Was macht er künftig? Zwar wird die SPD mit großer Wahrscheinlichkeit weiterregieren, aber das Gesundheitsministerium geht an die CDU. Für Lauterbach heißt das: Ein Christdemokrat entscheidet über sein Vermächtnis.
Lauterbach wirkt an diesem Vormittag ernst, ein wenig gereizt. »Dass ich gern weitergemacht hätte, ist ja kein Geheimnis«, sagt er. Offensichtlich geht es ihm nahe, dass er den Job des Bundesgesundheitsministers abgeben muss. Aber über Gefühle möchte er nicht sprechen. »Ich versinke nicht in Selbstmitleid.« Er klingt fast trotzig.
Nach dem Aus der Ampel war sich Lauterbach in zwei Punkten sicher. Erstens, die SPD werde auch nach der Wahl regieren, und zweitens, er bleibe Gesundheitsminister. Die erste Prognose trifft zu. Warum haben die Sozialdemokraten das Gesundheitsressort hergegeben und sich nicht dafür eingesetzt, dass er seinen Job behält? Lauterbach ist nicht breit vernetzt in der Partei, er steht bei manchen im Ruf, ein Besserwisser zu sein, ein Solitär.
Eine Reform will er selbst noch umsetzen: Die elektronische Patientenakte soll in den letzten Tagen seiner Amtszeit kommen, trotz datenschutzrechtlicher Bedenken. Es wirkt, als solle sein Name unbedingt noch mit etwas Großem in Verbindung gebracht werden können.
Was macht er, wenn er nicht mehr Minister ist? »Ich arbeite bis zum letzten Tag«, sagt Lauterbach. Und danach? »Erst mal nachdenken.« Es klingt, als habe er keinen Plan B.
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