In diesem kurzen, aber prägnanten Video werden drei historisch brisante Themen miteinander verknüpft: Eugenik, Operation Paperclip und IBM.
Was auf den ersten Blick wie willkürlich zusammengewürfelte Stichworte wirkt, offenbart bei genauerer Betrachtung beunruhigende Parallelen und eine tief verwurzelte historische Verbindung, die uns nicht nur mahnt, die Vergangenheit im Blick zu behalten, sondern auch die Gegenwart in neuem Licht zu betrachten.
Die Eugenik war eine wissenschaftliche Bewegung, die im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert ihren Höhepunkt erlebte. Ihr Ziel: die menschliche Fortpflanzung „zu optimieren“, indem man Menschen mit als „minderwertig“ eingestuften genetischen Merkmalen von der Fortpflanzung ausschloss. Was als pseudowissenschaftliche Theorie begann, fand schnell Anhänger in mächtigen Kreisen, darunter auch in den USA und Europa. Diese Ideologie wurde schließlich auf brutale Weise im Nationalsozialismus umgesetzt – mit verheerenden Folgen.
Nach dem Krieg, als die Welt den Schrecken des Nationalsozialismus verarbeitete, verfolgten die Alliierten unterschiedliche Strategien, um von der deutschen Expertise zu profitieren. Im Rahmen der Operation Paperclip rekrutierten die USA Hunderte von deutschen Wissenschaftlern, Ingenieuren und Technikern – darunter viele, die eng mit dem Nazi-Regime und der Eugenik verstrickt waren. Diese Operation zielte darauf ab, das Wissen dieser Experten im Kalten Krieg zu nutzen, insbesondere im Bereich der Raketentechnologie und der militärischen Forschung. So landeten viele ehemalige NS-Wissenschaftler in den USA und arbeiteten in sensiblen Bereichen der Rüstungs- und Weltraumforschung – ohne dass ihre Verbrechen jemals ans Licht kamen.
Während die meisten von IBM heute vor allem als Technologieunternehmen kennen, das mit Computern und IT-Dienstleistungen weltweit präsent ist, weist auch dieses Unternehmen eine problematische Vergangenheit auf. IBM spielte eine entscheidende Rolle bei der Verwaltung der nationalsozialistischen Bürokratie. Die von IBM entwickelte Lochkartentechnologie wurde im Dritten Reich genutzt, um unter anderem die Deportation und Ermordung von Millionen von Menschen effizient zu organisieren. Das Unternehmen lieferte den Nazis nicht nur die notwendige Technologie, sondern arbeitete eng mit den nationalsozialistischen Behörden zusammen, um diese Systeme zu betreiben. In den KZs wurde IBM-Technologie genutzt, um Gefangene zu registrieren und die Tötung zu koordinieren. Auch wenn das Unternehmen später seine Rolle relativierte, bleibt die moralische Verantwortung bis heute ein schweres Erbe.
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